Schwerpunkt 2025

Polaritäten und was uns im Innersten zusammenhält

15. Internationaler Kongress erleben und lernen
28.–29. März 2025

 

Polaritäten bestimmen unser Leben. Ohne sie wäre keine Erkenntnis möglich. Ohne Kälte könnten wir Wärme nicht wahrnehmen, ohne Trauer keine Freude, ohne Einsamkeit keine Geborgenheit. Ohne Dunkel gäbe es kein Licht, ohne Leben keinen Tod. Doch in immer komplexer agierenden Systemen und immer vielschichtigeren Lebensbezügen erwachsen oft aus einfachen Bipolaritäten schwer durchschaubare Multipolaritäten. Diese können verwirren, eine Orientierung erschweren und Menschen vor Dilemmata stellen. Gleichzeitig bilden sie eine Grundlage für Orientierung, Dialog und Zusammengehörigkeit.

Wir sind permanent aufgefordert, uns zu positionieren und Entscheidungen zu treffen. Denn nur in seltenen Fällen werden wir uns an den Extremen der Pole aufhalten. Vielmehr geht es ständig darum, das je rechte Maß zu finden. Der Mensch steht somit vor der Herausforderung, eine eigene Position auszuloten und zu finden bzw. ein Gleichgewicht und eine Balance (wieder) herzustellen – jede*r für sich wie auch in Gruppen und in Gesellschaften. Dieses Spannungsverhältnis dreht sich also um genau das, was im Innersten zusammenhält.

Die Erlebnispädagogik arbeitet seit jeher mit Polaritäten. Betrachtet man am Beispiel Angst das Spannungsfeld zwischen Feigheit und unbedachtem Übermut, so kann das Verlassen der Komfortzone je nach Situation als gesunder Mut oder Waghalsigkeit oder das Verweilen in der Komfortzone als gesunde Vorsicht oder Überängstlichkeit bewertet werden. Es werden Situationen und Bedingungen arrangiert, die Menschen einladen und auffordern, zu erforschen und zu erfahren, was passiert, wenn man sich in Spannungsfeldern innerhalb und außerhalb seines bisherigen Komfortbereiches bewegt. Dies ermöglicht, sich selbst zu verorten, Kompetenzen zu entwickeln und zu wachsen.

Bei diesem Kongress wollen wir genauer hinsehen und herausfinden, welchen Polaritäten wir in unseren komplexen Lebenswelten ausgesetzt sind, welche dieser Spannungsfelder schon Eingang in unsere erlebnis- und handlungsorientierte Arbeit gefunden haben und welche wir darüber hinaus einbeziehen können. Wir wollen aber auch einen Blick darauf werfen, was uns hilft, immer wieder in einen sicheren und geborgenen Zustand zu gelangen und zu erkennen, was uns im Innersten zusammenhält.


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